
Wir danken den hier genannten Sponsoren für Ihr wohlwollendes Engagement im Verein.
Fünf Sportlerinnen lernen viel — über Volleyball und für das Abi
Von Dirk Anger
Münster. "Heute ist ein wunderschöner, ein guter Tag für den Sport in Münster." Matthias Fell vom Verein zur Förderung des Leistungssports in Münster ist sichtlich zufrieden. Genauso wie dessen Vorsitzender Günter Schulze Blasum: In dem frisch eröffneten Sportinternat –dem einzigen in Münster, beheimatet in der DJK-Sportschule an der Grevener Straße – sieht er eine "wunderschöne Symbiose" von Sport und Bildung. Und die Chance, "junge Menschen in den Spitzensport zu begleiten".
Fünf Volleyballerinnen des USC Münster im Alter von 14 und 15 Jahren besuchen seit diesem Schuljahr das neue Sportinternat, das eng mit dem Pascal-Gymnasium zusammenarbeitet. Letzteres trägt den Titel "sportbetonte Schule". Das ermöglicht den Nachwuchstalenten unter anderem zwei Mal in der Woche ein vormittägliches Training, während die Mitschüler Biologie pauken.
Das dies nicht zwangsläufig zu schlechten Noten in der Schule führt, dafür sollen Internatsleiterin Ruth Funk und ihre Kollegin Carola Bröter sorgen. Sie gewährleisten nach Schulze Blasums Worten eine "Rund-um-Betreuung" für die Mädchen, die der Weg aus umliegenden Städten aber auch aus Bremen nach Münster geführt hat.
So wie Anna Hoja: Sie sei nach von Schwerte nach Münster gewechselt, um Schule und Sport besser kombinieren zu können, sagt die 15-Jährige. "Und um körperlich und volleyballerisch weiterzukommen". Diese Motivation scheint ganz im Sinne des Vereins zur Förderung des Leistungssports in Münster zu sein. Der hat es sich nämlich auf die Fahnen geheftet, im Breitensport-Mekka Münster dem Spitzensport als Aushängeschild bessere Möglichkeiten zu eröffnen.
Deshalb, so Vereinsvorsitzender Schulze Blasum, habe man die Trägerschaft für das Sportinternat übernommen - und den Betrieb für die nächsten vier Jahre gesichert. Das jahresbudget von bis zu 80.000 Euro muss der Verein indes nicht alleine stemmen: Neben dem Westdeutschen Volleyballverband, dem USC Münster, bei dem die Mädchen im Zweit-BundesligaTeam spielen sollen, sind als Sponsoren der LVM, die Sparkasse Münsterland Ost und die Stadtwerke im Boot.
Vielleicht ab Montag sogar die Sportstiftung NRW, die Vereinsvize Matthias Fell von der Sinnhaftigkeit des münsterischen Projekts überzeugen will. Auf eine solche Einsicht setzen die Verantwortlichen übrigens auch bei jungen Spitzensportler und Trainern aus anderen Disziplinen. Langfristig sollen Talente und Kadersportler etwa aus der Leichtathletik, dem Rudern oder Schwimmen im münsterischen Sportinternat einziehen.
"Die Chance ist einmalig", sagt Pascal-Schuldirektor Heiner Lübbering, der neben dem Sport einen Schwerpunkt in der "ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung" der jungen Menschen legen möchte. Ein Konzept, das bereits andernorts nachgefragt werde.
Westfälische Nachrichten 16.08.2007
Fünf Mädchen im neuen Sportinternat
Münster - Manchmal ist Anna etwas traurig darüber, dass sie nicht zu Hause bei ihren Eltern, sondern seit einer Woche im Internat lebt. "Aber wir haben hier so einen straffen Zeitplan, dass eigentlich kaum Zeit bleibt, darüber nachzudenken", sagt die 15-Jährige. Und ihre vier Mitbewohnerinnen in Münsters neuem Sportinternat pflichten ihr bei.
Seit einer Woche leben die Volleyball-Talente Anna Hoja, Ines Bathen (16), Rebecca Schäperklaus (15), Sina Fuchs (14) und Kim Behrens (14) in der DJK-Sportschule, arbeiten an der "Sportbetonten Schule Pascal-Gymnasium" am Abitur und beim USC mit dem Ball. Gestern wurde das Internat eingeweiht, das Leistungssport und schulische Ausbildung miteinander verbindet.
Getragen wird das Projekt vom Verein zur Förderung des Leistungssports in Münster. "Ich freue mich, dass wir jetzt vor Ort talentierte junge Leute bis zum Spitzensport begleiten", sagte dessen Vorsitzender Günter Schulze Blasum. Das finanziert der Verein mit 75.000 bis 80.000 Euro pro Jahr.
Pädagogisches Konzept
Diesen Betrag kann er allein nicht stemmen - und holte sich im Vorfeld Sponsoren mit ins Boot: Die LVM-Versicherungen, Sparkasse Münsterland Ost und Stadtwerke, der USC, private Spender und die Eltern der Schülerinnen ermöglichen den Betrieb.
Doch mit Geld allein ist es nicht getan. Ein pädagogisches Konzept für die sportliche, schulische und persönliche Entwicklung der Mädchen ist ein weiterer Grundpfeiler des Internats.
Talente fördern
"An der Schule sind die fünf in ihren Klassenverband eingebunden und können so soziale Kontakte knüpfen sowie weitere Talente und Fähigkeiten entwickeln", sagt Diplom-Psychologin Ruth Funk, die mit Carola Bröter die Mädchen außerhalb von Schule und Training betreut. Auch Heiner Lübbering, Leiter des Pascal-Gymnasiums, will ihnen die Möglichkeit bieten, neben ihrem sportlichen Talent auch ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.
Ein Konzept, das nicht nur für die Sportart Volleyball Schule machen soll: "Es ist unser Wunsch, möglichst noch fünf bis sechs andere Sportarten mit ins Boot zu holen", sagte Matthias Fell, stellvertretender Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Leistungssports. Um einen weiteren Schritt in diese Richtung zu gehen, hofft er auf Unterstützung durch die Sportstiftung NRW.
Bis es so weit ist, nutzen erst einmal die fünf Volleyball-Talente das Angebot - und müssen einen straffen Zeitplan einhalten: Sie absolvieren den üblichen Schulalltag und neun Trainingseinheiten pro Woche. Da bleibt tatsächlich kaum Zeit für Heimweh • Katja Bühren
Münstersche Zeitung - 16.08.2007
